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Ist Telegram sicherer als WhatsApp?

von Florian Müller

Fast jeder nutzt WhatsApp und Co: Lohnt sich Telegram als sichere Alternative?

telegram sicherFast jeder Smartphone-Besitzer hat WhatsApp oder ähnliche Chat-Messenger installiert, denn so lässt sich die Kommunikation auch ohne teuren SMS aufbauen. Allerdings gelten die bekannten Dienste als bedenklich, denn sie lassen sich im Zweifel abhören. Nun zählt das Argument „Wer nichts zu befürchten hat, braucht keine Angst haben“ schon lange nicht mehr, denn niemand möchte ungefragt andere Menschen an seinem Gesprächsaustausch teilhaben lassen, sei es aus intimen, privaten oder ganz einfach prinzipiellen Gründen. Datenschützer waren schon seit Langem vor einer immer größeren Bedrohung durch die Dienste von Facebook, dem inzwischen auch WhatsApp gehört. Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, bis sich Alternativen auftaten. Telegram sollte die sichere Lösung sein, so mutmaßten angebliche Experten. Doch hält Telegram auch tatsächlich, was viele Nutzer behaupten oder entpuppt sich der Dienst gar als noch schlimmere Datenkrake?

End-zu-End-Verschlüsselung bei WhatsApp

Gespräche auf WhatsApp laufen über die sogenannte End-zu-End-Verschlüsselung ab. Erst wenn der Text abgesendet ist, wird er in verschlüsselt über Server laufend zum Endpunkt, dem Empfänger der Nachricht, übertragen und dort entschlüsselt. Dies gibt Nutzern zumindest etwas Sicherheit, dass ihre Nachrichten nicht unmittelbar auf den Servern Facebooks lagernd von Dritten auszulesen sind. Allerdings steht Facebook nicht gerade für Vertrauen in Sachen Datenschutz und so mutmaßen einige Experten, dass der Dienst auch hier eine versteckte Hintertür enthält. Sie aufzufinden ist nicht einfach, denn die Code-Struktur von WhatsApp gibt dato keinen Aufschluss auf das Vorhandensein solcher Abfangpunkte, technisch umsetzbar wäre das Vorhaben dennoch.

Sicherheitsrisiken bei Telegram

telegram whatsappAnders verhält es sich bei Telegram. Bereits beim ersten Eintippen von Ziffern und Buchstaben werden diese an den Telegram-Server übertragen. Hierfür muss nicht einmal der Sende-Button gedrückt sein. Dies bedeutet, alle Tätigkeiten innerhalb Telegrams werden auf Servern, wie etwa in Amsterdam existierend, mitgeschnitten und gespeichert. Dies soll dazu dienen, eine Kompatibilität von Smartphone App und Browser Version zu gewährleisten. Wer WhatsApp im Browser verwendet bezieht seine Daten immer direkt vom Handy, dass quasi als Knotenpunkt dient. Bei Telegram hingegen liegen alle persönlichen Daten direkt auf den jeweiligen Servern, die Browser-Anwendung muss sie nur noch abrufen.

Was praktisch erscheint, bietet Interessenten einen Haufen an Möglichkeiten. Behörden, Hacker, Werbefirmen oder IT-Spezialisten können in sämtliche Chatverläufe hineinspähen. Privatsphäre ist Schnee von gestern. Die prinzipiell abgesicherten Privat-Chats existieren zwar, nur werden sie kaum von Nutzern verwendet, da sie auch nicht für Gruppenchats infrage kommen. Wer eine sichere Chat-App sucht ist bei Telegram definitiv falsch. Auch WhatsApp bietet nicht den hundertprozentigen Schutz, sorgt jedoch für deutlich mehr vertrauen. Grundsätzlich gilt deshalb: sensible Informationen sollten generell niemals digital geteilt werden und sind lediglich persönlich zu übermitteln.


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