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Der Scampi-Schwindel: Täuschung oder Gefahr?

shrimpsDie Lust auf die Exotik des Meeres lässt viele in das Kühlregal der Discounter greifen. Ob zu Weihnachten oder beim Grill-Fest, Garnelen sind längst keine Delikatesse für die High Society. Immer mehr Menschen schmeckt die proteinreiche Nahrung eingelegt in Öl oder Essig, als gekochte Beilage oder gebratener Spieß. Ob Meereszugang oder nicht, in den Supermärkten Europas finden Freunde der mediterranen Küche das rosafarbene Tier in sämtlichen Ausführungen und zu jeder Jahreszeit. Das dies zu logistischen Super-GAUs führt, liegt auf der Hand. Dabei bietet das inzwischen handelsübliche Produkt oft auch Gefahren für den Konsumenten.

Verwirrende Produktbezeichnungen bei Garnelen-Produkten

Milliarden von Garnelen bevölkern die Ozeane unserer Welt, doch ihr Fang ist aufwendig und reicht meist nicht aus, um die globale Nachfrage zu bedienen. Nur wenigen Verbrauchern ist klar, welche Bezeichnung der Krebstiere korrekt ist. So kommen verwirrende Angaben in Restaurants zustande und auch Packungsbezeichnungen suggerieren einen Mehrwert, der jedoch meistens von einer tatsächlich vorhandenen Qualität ablenkt.


Shrimps oder Scampi? Aufklärung im Restaurant

krabbenAuf der Pizza Scampi für 10 Euro sind nur selten echte Scampi zu finden. Als Scampi werden die sogenannten Kaisergranate bezeichnet, eine Garnelenart, die vorwiegend aus dem Mittelmeer stammt. Sie sollten jedoch nicht mit der klassischen Garnele verwechselt werden, denn diese ist kleiner, verfügt über Fühler und zudem deutlich weniger robust entwickelt. Der Scampi hingegen besitzt ein Scherenpaar. Auch im Preis sind große Unterschiede zu finden. Echte Scampi können je nach Saison pro Kilo durchaus 40 Euro kosten, die Garnelen, meist gezüchtet, kosten hingegen manchmal sogar unter 10 Euro.

Kein Wunder also, dass viele Gastronomen auf die billige Alternative zurückgreifen, zum Ärger vieler Kunden. Vor allem geschält und in Pasta fällt der Schwindel weniger schnell auf. Wer auf originale Scampi setzt, erkennt dies hingegen bereits an den Endkosten eines Gerichts. Unverwechselbar setzen hingegen spanische Restaurants bei der Zubereitung ihrer Paella auf die Kaisergranate. Bei Unsicherheiten klärt eine Nachfrage beim Koch auf. Lebensmittelrechtlich ist der Begriff Scampi in Deutschland geschützt und sollte nur bei der Verwendung echter Kaisergranate seinen Einsatz finden.


Asiatische Mogelpackung als Alternative?

surimiHäufig ist neben Shrimps, Garnelen oder Scampi auch Surimi auf der Speisekarte zu finden. Was im Supermarkt noch klein gedruckt als Krebsfleischimitat bezeichnet wird, fällt bei vielen China-Restaurants, auf Sushi-Laufbändern oder gar in der Tapas-Bar kaum auf. Dort sehen die rötlich gefärbten Blöcke echten Krebsfleischstücken zum Verwechseln ähnlich. Auch der Geschmack kann als Variante zu herkömmlichen Krebstieren durchaus punkten, bietet jedoch viel mehr künstliche Beigaben, als so manch einer erwarten würde. Im Herstellungsprozess der Surimi-Blöcke oder Streifen kommen nicht nur viele E-Inhalte und Glutamat zum Einsatz, sondern üblicherweise Fischreste, Eiweiß und Hühnerprodukte.

Sie alle werden vermischt und in der Fabrik zu Surimi gepresst. Ihr Vorteil liegt in der einfachen Lagerung, denn gekühlt sind sie länger haltbar als herkömmliche Lebensmittel aus dem Meer, Konservierungsstoffe sei Dank. Auch Zucker und Stärke, Geliermittel oder Polyphosphate stecken im Surimi. In Deutschland muss Surimi als solches deklariert sein, andernfalls gilt es als unzulässig für den Lebensmittelmarkt. Abseits der vielen Kritik liefert es jedoch eine optimale Verwertung von Resten und dient der Bereicherung in der japanischen Küche.

Nordsee im Brötchen

scampi essenEinmal in Husum bei Schleswig Holstein am Meer zu verweilen und Nordseekrabben auf dem Teller zu genießen, zählt für viele als Highlight im Urlaub an der Küste. Auch im Brötchen werden sie in vielen Franchise-Ketten vermarktet, beim Discounter kommen sie hingegen fertig geschält in der Plastikverpackung zum Kunden oder finden ihr Schicksal im Krabbencocktail. Auch wenn das kleine Geschöpf als leckere Bereicherung zwischen Fleisch, Fisch und Geflügel dient, ist ihr Weg vom Fang zum Endkunden mit Strapazen gepflastert. Nach dem Fischen mit Netzen auf Kuttern transportieren Kühl-LKWs die Nordseekrabbe Tausende von Kilometern bis nach Marokko.

Dort pulen Fachkräfte die Winzlinge in mühsamer Handarbeit für den deutschen Markt, versehen sie mit Benzoe- und Zitronensäure für die Konservierung und verladen sie anschließend erneut für die Verpackung auf die Laster-Odysee in die Bundesrepublik. Das solch ein Aufwand zu einem Preis von knapp zwei Euro pro Packung führt, ist für den Verbraucher mehr als erstaunlich und steht keineswegs im Zeichen der Nachhaltigkeit, sondern hat ausschließlich wirtschaftliche Gründe.

Penaeus monodon: Das Leid auf dem Teller

scampiUnter der Bezeichnung „Penaeus monodon“ ist die handelsübliche Garnele wissenschaftlich definiert. Wenige wissen jedoch, dass die Garnelen häufig aus Züchtungen stammen. Hier sind vor allem Gebiete in Vietnam oder Peru zu nennen. Dort findet die Gewinnung der Garnelen zwar abseits des Meeres statt, doch dafür erhalten sie Antibiotika zum Futter. Andernfalls würden sie in ihrer Masse nicht in den kleinen Tümpeln zwischen Schlamm und unzähligen ihrer Artgenossen dicht gedrängt überleben.

Ein Befall mit Krankheiten, wie Pilzen und Bakterien wäre die Folge, denn anders als im Meer existiert in den künstlichen Anlagen in vielen ärmeren Ländern nur selten eine Filteranlage für die Bewässerung oder gar eine eigenständige Strömung. Oft fehlt es an Bewegungsfreiraum, die Tiere zerquetschen sich gegenseitig und schwimmen in ihren eigenen Exkrementen.

Hier zeigt sich auch schon das Problem moderner Garnelen-Züchtungen. Zwar existieren auch positive Beispiele, wie etwa in der Schweiz bei Rheinfelden oder im nordeuropäischen Raum, doch aus Kostengründen greifen Discounter vermehrt auf die Massentierhaltung asiatischer Länder zurück. Auch dort existieren Inspizierungen westlicher Vertreter, nur finden diese allerhöchstens stichprobenartig statt. Als Folge hat der Kunde das Nachsehen. Was oft als klassische Delikatesse gilt, schwimmt nicht selten in einer Mischung aus Abwasser und Chemiesubstanzen. Schlussendlich landen solche Garnelen-Produkte, ob als TK-Waren oder verarbeitet kaum hinterfragt auf unseren Tellern.

Einzig der Preis der Erzeugnisse gibt zunächst darüber Aufschluss, woher sie stammen. Lediglich ein intensiver Blick auf die Herkunft, selbstverständlich klein gedruckt, bringt die Wahrheit ans Licht. Viele Konsumenten greifen allerdings blind zu und kümmern sich kaum um die Erzeugung. Dabei sollten alle daran letztlich an ihr eigens Wohl denken, denn sie essen Ergebnisse eines Marktes, der näherer Überprüfung bedarf und langfristig zu großen Schäden an Mensch und Umwelt führt. Nachdem die Züchtungsphase vorbei ist, bleiben kahle Tümpel zurück. Salze und Futterreste sowie große Mengen an Antibiotika lagern sich am Boden ab und gelangen so ungehindert in das Grundwasser der Regionen.

Swissshrimp zeigt, wie es anders geht. Der Anbieter aus Rheinfelden nutzt modernste Technik und Filteranlagen, um den Tieren eine artgerechte Haltung zu bieten und dem Verbraucher aufzuzeigen, dass gesunde und nachhaltige Garnelenzüchtung durchaus realisierbar ist. Weit abseits des Meeres gelangen qualitativ hochwertige Produkte so zu Restaurants oder auf Wunsch auch per Online-Bestellung direkt zum Kunden nach Hause.


Was bleibt als Fazit zum Garnelen-Genuss?

garnelenLetztlich muss jeder Verbraucher selbst wissen, welche Garnelen-Erzeugnisse er bevorzugt. Dennoch gilt es im Eigeninteresse verantwortlich zu handeln und die Nachhaltigkeit zu fördern. Aquazuchten sind nicht per se schlecht zu bewerten, doch abseits von Fischproduktionen und vor allem in Übersee bergen sie immense Risiken, die es auch gesundheitlich zu beachten gilt. Nur wenige Farmen erfüllen die hohen Bedingungen der EU und entsprechen unseren Standards des Lebensmittelrechtes. Daher wäre es wünschenswerter, verstärkt auf die Förderung einheimischer Anbieter zu setzen, um auf diese Weise auch die wirtschaftlich und umwelttechnisch bedenklichen Lieferwege aus Fernost oder Südamerika zu begraben.

Wer echte Garnelen essen möchte, sollte sie als Seltenheit im Urlaub konsumieren. Dort wo Fischerhafen bestehen ist die Chance hoch, frische Garnelen zu erhalten und dies sogar noch zu einem äußerst ansprechenden Preis.

Quellen:

https://www.swissshrimp.ch/prod/crm/shrimps/lokale-aufzucht
https://www.fressnapf.de/ratgeber/aquaristik/beitrag/garnelen-haltung-aquarium
https://www.bundesverband-aquakultur.de/garnele
https://www.recetapaellavalenciana.com/de/original-paella-rezept/
https://eatsmarter.de/ernaehrung/ernaehrungsmythen/surimi-ist-krebsfleisch


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