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Virtuelle Touren als Chance für mehr Flexibilität

Die aktuelle Situation weltweit ist eine Herausforderung für alle Menschen. Durch Ausgangsbeschränkungen innerhalb des Landes, aber auch über die Grenzen hinaus, ist nicht nur das Reisen schwieriger geworden, sondern auch das Leben im Allgemeinen. Die eingeschränkte Mobilität ist allerdings ein Problem, das auch außerhalb von Corona-Zeiten präsent ist. Viele Menschen leben in abgelegenen Gebieten und können aus unterschiedlichen Gründen weniger mobil sein, wie sie gern möchten. Ob es am fehlenden Auto liegt, der mangelnden Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs oder an körperlichen Gebrechen: Es schränkt ein. Dabei hat die Technik hier eine Lösung gefunden, wie Menschen wieder mehr in diesen Alltag integriert sein und ihren Bedürfnissen nachkommen können. Virtuelle Touren ermöglichen nicht nur den Zugang zur nächsten Immobilie, sondern können zukünftig auch den Einkauf oder die sozialen Kontakte auf ein neues Niveau anheben. Herr Wolobuew, Experte im Bereich der virtuellen Touren und Geschäftsführer von Wolowo, sprach mit uns über die Entwicklungen der Branche und machte auf die zahlreichen Chancen der virtuellen Touren aufmerksam.

Warum gestaltet sich das soziale Leben mitunter schwierig?

Abgesehen von der derzeitigen Pandemie sind immer mehr Menschen benachteiligt, die aufgrund ihrer Gesundheit, ihrer Mobilität oder ihres Wohnortes keinen direkten Zugriff auf Angebote, wie den Immobilienmarkt, Einkaufsmöglichkeiten oder die schlichte Teilnahme an einem Familienfest haben. Besonders diejenigen, die abgelegen wohnen und nur spärliche Möglichkeiten haben, mobil zu sein, sind von diesem Phänomen betroffen. Die Digitalisierung der Welt ist eine Chance, die schon vielen geholfen hat. Gerade das Einkaufen konnte damit revolutioniert werden. Pakete und Bestellungen erreichen die Menschen in aller Welt an den entferntesten Orten. Aber leider ist es nicht mit einer Bestellung oder einem Kauf im Netz getan. Die Digitalisierung musste sich auch im Bereich der sozialen Kontakte entwickeln. Hier stecken noch viele Ideen in den Kinderschuhen. Zwar gibt es unterschiedliche Optionen, um sich zu unterhalten und sich im Videochat sehen zu können, aber dennoch fehlt die persönliche Komponente und das eigentliche Dabei-Sein.

Was kann unter virtuellen Touren verstanden werden?

virtuel-tourgenerator-wep_appIm Grunde handelt es sich hierbei um eine Art von Bildaufnahmen, die in einem Panorama-Modus oder dem 360° Winkel aufgenommen werden. Somit entsteht eine Aneinanderreihung von Bildern, die in Folge aufgereiht sind und ein realistisches und originalgetreues Bild präsentieren. Auf diese Weise kann ein Raum oder auch ein ganzes Haus in einer Art „Bilderfilm“ erscheinen. Diese werden technologisch so aufbereitet, dass aus ihnen eine virtuelle Welt entsteht. Der Nutzer kann sich den Raum nach den eigenen Vorlieben betrachten und sich darin „bewegen“. Wolobuew selbst hat diese Idee mit seinem Unternehmen weiterentwickelt und bietet die Technik bereits für Privatpersonen an, die ihre Immobilien oder Erinnerungen in einer virtuellen Tour festhalten wollen. Ziel ist es, so Wolobuew, das Gefühl zu erhalten, selbst an dem gesehenen Ort gewesen zu sein. Über diese Mietmodelle erhalten Kunden ein vollständig konfiguriertes Equipment mit einfachen Anleitungen, um die Aufnahme selbst zu realisieren. „Der Nutzer benötigt dazu kaum technisches Know-How und überträgt uns die restliche Schnittarbeit, um die Aufnahmen zusammenzusetzen.“

Wie stehen Menschen zu diesen Chancen und der technologischen Entwicklung?

Während die junge Generation sehr unkompliziert handelt und technische Veränderungen leicht annimmt, haben gerade ältere Menschen das Problem, dass die Hürde der Technik für sie unüberwindbar scheint. Sie würden die Möglichkeiten gern verwenden, haben aber Bedenken, dass sie diese unzureichend nutzen können, da ihnen das Verständnis fehlt. Wolobuew sieht das Problem aber auch auf wirtschaftlicher Seite. „Große Unternehmen werden heute von kleinen Start-Ups überholt, weil sie nach dem Prinzip -Never change a running system – verfahren. Anstatt sich den neuen technologischen Möglichkeiten anzunehmen, stellen sie sich dagegen." Noch ein Problem zeigt sich „in der Netzabdeckung Deutschlands“. Nur die wenigsten Orte sind mit einer stabilen und schnellen Internetleitung ausgestattet. Sofern sich die Menschen entwickeln möchten, liegen ihnen hier Steine im Weg.

Bietet der Markt noch weitere Möglichkeiten der virtuellen Tour?

tour-creator-personalisierenInzwischen greifen bereits viele Anbieter, auch online, auf diese Methode zurück. Es ist beispielsweise für die Unternehmen von Vorteil ein realistisches und authentisches Bild ihrer Produkte zu erschaffen. Tricoma arbeitet bereits mit einer neuartigen 360° Software, die mithilfe einer passenden Box und Kamera ermöglicht, dass Produkte abgebildet werden können. Kunden sollen auf diese Weise die Chance erhalten auch online einen Artikel von allen Seiten betrachten und einschätzen zu können. Diese Transparenz ist ein wichtiger Faktor, um das Vertrauen von Kunden zu gewinnen. Ehrliche Produktbilder stellen den Fortschritt zu bearbeiteten Grafiken dar, die mitunter mehr versprechen, als das Produkt hergibt.

Wozu dienen virtuelle Touren?

Diese Touren, wie sie heute bereits bei vielen Anbietern vorhanden sind, werden vorzugsweise von Geschäften und Unternehmen genutzt. Eine Studie zeigt, dass Unternehmen von mehr Buchungen und einer höheren Verweildauer der Kunden auf der Webseite profitieren, wenn sie ihre Angebote oder das Unternehmen selbst in einer Tour vorstellen. Dabei bieten die Touren auch einen Mehrwert im privaten Bereich. Beispielhaft kann die Hochzeit eines Angehörigen stehen. Manche Gäste, die zu dieser Feier eingeladen sind, können nicht teilnehmen. Gerade jetzt in Zeiten von Corona, ist es unvernünftig, unbegrenzt Gäste (auch aus Risikogruppen) einzuladen. Daher kann eine virtuelle Tour die Hochzeit festhalten und zu Oma, Opa, Onkel oder Tante nach Hause bringen. Wenn auch nicht als Live-Erlebnis, aber dennoch vermittelt es das Gefühl „Ich war dabei und habe es erlebt!“, wenn die Aufnahme gezeigt wird.

Wie ehrlich sind virtuelle Touren?

Wolobuew weist darauf hin, dass es sich um Bildaufnahmen eines Raumes handelt, die zunächst ein realistisches Bild aufzeigen. Dennoch meinte er hierzu, dass es sich um digitale Aufnahmen handle, die selbstverständlich bearbeitet werden können, wenn dies der Kunde wünscht. Allerdings würde es schneller auffallen, wenn eine unzureichende Bearbeitung vorgenommen wurde. Schlussendlich sind virtuelle Touren zwar nicht vor einer Manipulation geschützt, machen eine Veränderung aber im Wesentlichen schwerer und aufwendiger. Als großen Vorteil bezeichnet er die Optionen des Abspielens. VR-Brillen, Tablets, Bildschirme oder Smart-TVs: Alle können die Aufnahmen wiedergeben. So ist es während des Abspielens möglich, noch mehr Nähe zu schaffen.

Welche Chancen entstehen daraus in der Zukunft?

panorama-stitchenIm wirtschaftlichen Sektor können diese Touren zukünftig ganze Läden wiedergeben und es den Kunden ermöglichen, dass sie bequem von zu Hause aus durch den Laden schlendern.

Virtuelle Touren nehmen die Bilder klar und unverändert auf und geben sie in hoher Qualität wieder. Dies spart nicht nur viel Zeit, sondern ist auch für die Umwelt ein Gewinn. Weniger Fahrten und Flugreisen bedeuten mehr Chancen für die Regeneration von Natur und Klima. Zukünftig sollen sich hier noch Varianten entwickeln, die in Form einer Tourbegleitung ausgeprägt sind. So ist das Begehen von Sehenswürdigkeiten oder Immobilien unter Leitung des Maklers oder Reisebegleiters auf dem heimischen Sofa denkbar. „In Kombination mit einem Chattool können die Teilnehmer direkt Fragen stellen und bekommen diese durch den Leiter beantwortet. Es wird auf eine Kombination aus Tour und Video-Live-Session hinauslaufen.“

Menschen dürfen mit diesen Touren trotz körperlicher oder struktureller Hindernisse an allen Ereignissen des Lebens teilnehmen. Sei es die Hochzeit des Kindes oder die Taufe des Enkels. Dennoch kann eine virtuelle Tour weniger Eindrücke ersetzen, als in einem Live-Erlebnis gewonnen werden. „Hier ist die Grenze erreicht, weil Menschen nicht auf Dauer alles digital erleben möchten. Der Mensch ist abhängig von der sozialen Interaktion, dem Berühren von Gegenständen und der Wahrnehmung alles Sinneseindrücke. Die virtuelle Tour ist ein nützliches Hilfsmittel und gerade in der Pandemie eine Chance, die auch danach bestehen bleibt. Dennoch ersetzt sie nicht alles.“

Quellen:
https://wolowo.de/1808408
https://www.muenchenarchitektur.com/beitrag/spaziergang-durch-muenchen
https://www.deutschlandfunk.de/brandenburg-wenn-auf-dem-land-die-einsamkeit-grassiert
https://pano-line.de/studien-ueber-die-360-touren.html

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